BAU 2017: Viel Neues

Auf der Leitmesse der Branche BAU in München hat die Baustoffindustrie zahlreiche innovative Produkte präsentiert. Toolbox fürs Bad Um den Trend nach Individualität im Bad noch besser zu bedienen, hat Grohe die Armaturen-Kollektion seiner Komplett-Bad-Variante „Essence“ erweitert. Die Essence-Kollektion funktioniert als Toolbox, die von Armaturen über Duschen bis hin zu Accessoires alles für Bäder Notwendige in zehn möglichen Kombinationen aus Deluxe-Farben und Oberflächen bietet. So sind Armaturen in Cool Sunrise, Warm Sunset, Hard Graphite und Nickel als elegant gebürstete oder auf Hochglanz polierte Varianten erhältlich. Von der frei stehenden Dusche über den bodenmontierten Wannenmischer und den Premium-Waschtischmischer in den Größen S bis XL bis zu passenden Accessoires – das Design aller Produkte ist identisch. Die Formensprache kennzeichnet eine schlichte Geometrie mit grazilen Übergängen und einer feinen Linienführung. www.grohe.com   Ultraflache bodenebene Dusche Mit der „KA 90 ultraflach“ bietet Kaldewei ein besonders flaches Ablaufsystem für bodenebene Duschen an. Die Bauhöhe der neuen Generation von Ablaufgarnituren beträgt lediglich 61 Millimeter. Bei normengerechtem Einbau mit einer Sperrwasserhöhe von 50 Millimetern ergibt sich eine Bauhöhe von 81 Millimetern. Damit ist die KA 90 nach Angabe des Herstellers fast zwei Zentimeter flacher als die marktüblichen Ablaufsysteme für geflieste Duschbereiche. Für den zügigen und sicheren Ablauf des Wassers sorgt die hohe Ablaufleistung, die je nach Modell zwischen 0,8 und 1,4 Litern pro Sekunde liegt. Das Komplettsystem umfasst neben der Ablaufgarnitur die emaillierte Duschfläche, das Montage- sowie das Schallschutz- und Abdichtsystem. Alle Komponenten sind aufeinander abgestimmt, was eine einfache und sichere Montage ermöglicht – ein Vorteil vor allem bei der Modernisierung, wofür sich das System aufgrund der niedrigen Bauhöhe besonders eignet. www.kaldewei.de   Nachhaltige Farben und Lacke Caparol hat mit der Produktlinie „CapaGeo“ ein neues Marktsegment gestartet. Die Bindemittel der Farben, Lacke und Holzöle für die Innenanwendung dieser Linie werden zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen generiert. Üblich sind erdölbasierte Dispersionen. Diese konnten jedoch in Zusammenarbeit mit einem deutschen Chemieunternehmen durch biogene Stoffe ersetzt werden. Verwendet werden vor allem Pflanzenöle, Abfallfette und Biogas. So wird zum Beispiel Bio-Naphtha aus organischen Reststoffen und Pflanzenölen sowie Biogas aus Küchenabfällen erzeugt. Bei der Produktion der Pflanzenöle wird darauf geachtet, dass sie aus nachhaltigen Quellen stammen, die nach internationalen Nachhaltigkeitskriterien zertifiziert sind. Zur Markteinführung setzt Caparol auf die umweltbewussten, lifestyle-orientierten und anspruchsvollen Kunden. Der Hersteller hat jedoch kein Nischenprodukt im Visier, sondern will die Linie zum Leistungsträger seines Sortiments ausbauen. www.caparol.de   Holzdielen im ­Großformat Ob im Showroom, in der Galerie oder zu Hause: Die großformatigen Dielen der Kollektion „Hand Grade“ von Havwoods aus europäischer Eiche schaffen ein charakterstarkes Bodenbild für großflächige und repräsentative Räume. Die bis zu vier Meter langen Dielen werden in acht verschiedenen Finishs und zwei Oberflächenstrukturen angeboten: glatt geschliffen mit Mikro-Fasen oder gehobelt mit abgerundeten Kanten. Beide Varianten zeigen Maserung und Farbnuancen des Holzes in natürlicher Weise. Der dreischichtige Aufbau der Dielen sorgt für die Langlebigkeit des Bodens und dafür, dass sich die Dielen nicht verformen. Sowohl Deck- als auch Gegenzugschicht bestehen aus massiver, FSC-zertifizierter Eiche. Nicht zuletzt bietet die mit Hartwachsöl behandelte Oberfläche einen dauerhaften Schutz – selbst bei intensivem Reinigungsbedarf. www.havwoods.de   Bodenbelags-Kollektion für Individualität Mit „Expona Simplay“ greift Objectflor den Trend zu individueller Gestaltung von Fußböden in Läden, Hotels oder Bürogebäuden auf. Die komplett lose verlegbare Kollektion umfasst drei verschiedene Bodenbelagsarten, die hinsichtlich der Farben, Texturen und Formate aufeinander abgestimmt sind. Dazu gehören neben Designbelägen Teppich- und Sauberlauf-Planken. Auf Profile zwischen den verschiedenen Zonen wurde im Sinne eines einheitlichen Bodendesigns verzichtet. Zur Wahl stehen 50 Dekore in drei Farbgruppen: „Coffee“ steht für warme Brauntöne, „Berry“ beinhaltet Grautöne mit einer Beerenfarbe als Akzent und „Pepper“ vereint alle Mischtöne. www.objectflor.de   Feuer von drei Seiten Schiedel hat neue Kaminöfen der Serie „Kingfire“ vorgestellt, die, wie alle Modelle dieser Reihe, besonderen Feuer- und Flammengenuss auf kleinstem Raum bieten. Der „Lineare G“ ist für den Brennstoff Gas konzipiert. Sein täuschend echtes Flammenspiel lässt sich komfortabel über eine App auf dem Smartphone oder Tablet oder einfach über eine klassische Fernbedienung generieren. Bei den Modellen „Lineare S“ mit seiner schlanken Ofentür aus vollflächigem Spezialglas und dem „Rondo S“ mit einer gebogenen Tür, die das Sichtfeuer optisch wesentlich vergrößert, setzt der Hersteller auf behaglichen Wohnkomfort mit hohem Anspruch an das Design. Getoppt wird Letzteres jedoch noch vom Kingfire „Grande S“, dem ersten von drei Seiten einsehbaren Scheitholz-Kamineinsatz. Der auch als Raumteiler platzierbare Kaminofen eröffnet dem Betrachter nicht nur eine völlig neue Feuer-Perspektive, er funktioniert auch raumluftunabhängig und erfüllt die technischen Ansprüche im Neubau hinsichtlich der Blower-Door-Sicherheit und des gleichzeitigen Betriebs mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung. www.schiedel.de   Recycelte Oberfläche Die Cosentino Group setzt bei der Herstellung ihrer Komposit-Platten „Dekton“ für die neue Farbe „Trilium“ erstmals zum großen Teil wiederverwertbare Bestandteile ein, die während des Produktionsprozesses anfallen. Das Erscheinungsbild der Oberfläche ähnelt oxidiertem Stahl: Vulkanische Nuancen von Grau- und Brauntönen sowie tiefem Schwarz ergeben einen realistisch wirkenden Rosteffekt mit Hell-und-Dunkel-Kontrasten. Trotz der metallischen Optik besitzt die Platte eine zarte Textur und eine angenehme Haptik. Trilium ist Teil der Tech Collection von Dekton, deren Farbsortiment moderne und zweckmäßige Lösungen für den Innen- und Außenbereich bietet. www.dekton.de   Für Boden und Wand Nach dem Zusammenschluss der beiden Familienunternehmen Altro und Debolon wurde in München die gebündelte Produktpalette der neuen Marke „Altro Debolon“ präsentiert. Das Sortiment reicht nunmehr von Vinylböden und rutschfesten Belägen über Wandbekleidungen bis hin zu einem Treppensystem. Im Fokus standen unter anderem Lösungen für die Wand. Die Bekleidungen „Altro Whiterock“ eignen sich vor allem für Bereiche mit Anforderungen an die Hygiene, wie Einrichtungen des Gesundheitswesens, der Gastronomie und der Lebensmittelindustrie. In Foyers, Cafés, Verkaufs- und Ausstellungsräumen lassen sich damit aber auch Akzente setzen, denn die Bekleidungen sind in vielen Farben und Designs verfügbar. Ebenso können sie bedruckt werden. www.altrodebolon.de   Türdrücker selbst designen Architekten haben zukünftig bei Hörmann die Möglichkeit, individuelle Türdrücker für Objekttüren zu gestalten und produzieren zu lassen. Der Prozess wird vom ersten Entwurf bis zum fertigen Design-Drücker in Zusammenarbeit mit den Firmen Eco Schulte und Randi begleitet. Erste, zunächst grafisch dargestellte Entwürfe werden in der zweiten Planungsphase als 3D-Kunststoffmodelle angefertigt, um beispielsweise die Haptik überprüfen zu können. Nach einer Patent- und Geschmacksmuster-Recherche kann der Drücker auch geschützt werden. Wannenmacher + Möller aus Bielefeld haben als erstes Architekturbüro das Konzept „Your design made by Hörmann“ in der Praxis realisiert. Andreas Wannenmacher: „Die Aufgabe ist besonders reizvoll. Es handelt sich um ein Produkt von überschaubarer Größe, mit nur wenigen technischen Zwängen. Der Fokus liegt somit fast ausschließlich auf der Beschäftigung mit der Form.“ Hörmann hat außerdem den Design-Drücker „Komé“ in Kooperation mit Randi in das Produktprogramm aufgenommen. Der Drücker ist für Innen- und Außentüren sowie Feuer- und Rauchschutztüren mit verschiedenen Oberflächen erhältlich. www.hörmann.de   Elegante Hochbeete Der für Entwässerungssysteme bekannte Hersteller Richard Brink hat auch Hochbeete im Programm. Aufgrund seines Baukastenprinzips ist das Pflanzsystem äußerst flexibel und ermöglicht daher zur Grüngestaltung von Terrassen, Eingangsbereichen oder Plätzen zahlreiche Optionen. So erlaubt zum Beispiel ein Spiel mit den Höhen unterschiedlichste Bepflanzungen, mit denen sich optische Akzente setzen oder Flächen gliedern lassen. Durch Steckverbindungen können die Segmente schnell und unkompliziert montiert werden. Außerdem sorgt die Winkelform einzelner Module für Stabilität; zusätzlich wird das System mit Knotenblechen ausgesteift. Dadurch halten die Rahmen dem Druck der eingefüllten Pflanzenerde stand, ohne auszuwölben. Die Hochbeete sind in Edelstahl, Aluminium (beide auch mit Beschichtungen in RAL-Farben) und Cortenstahl sowie in verschiedenen Materialstärken und Größen erhältlich. Ebenso sind Maßanfertigungen möglich. Für die Rundum-Grüngestaltung sind weiterhin Beeteinfassungen, Rasenkanten und solitäre Pflanzkästen im Angebot. www.richard-brink.de   Clevere Stahlzargen Der auf Stahlzargen spezialisierte Hersteller BOS Best Of Steel präsentierte mit seinem Schwesterunternehmen BBE Domoferm Neuheiten und Detailverbesserungen rund um Türrahmen und Tür. Darunter ist die Schiebetürzarge „LineaCompact Sino“ mit innovativer Beschlagtechnik, die sich durch einen äußerst schmalen Zargenspiegel auszeichnet. Eine wirtschaftliche und interessante Idee ist zudem die zweischalige Duplex-Zarge. Damit können drei Räume mit nur einem Türelement bedient werden, da sich das Türblatt in zwei Richtungen schließen lässt. Ihr Einsatz bietet sich zum Beispiel zur Trennung von Bad und WC in Hotels an. www.bestofsteel.de   Schön gewölbt Mit „Konvex-Glas“ hat Velux bei Flachdach-Fenstern einen neuen Maßstab gesetzt. Augenfällig ist zunächst das Design mit einer gewölbten, randlosen Außenscheibe. Im Zusammenspiel mit dem dunkelgrauen Aluminium-Rahmen wirkt das Tageslicht-Element außergewöhnlich elegant. Es eignet sich deshalb besonders für die sichtbaren Bereiche flacher und flach geneigter Dächer von Wohngebäuden und Büros. Die Kombination aus zweifach verglaster Isolierglasscheibe im Aufsetzkranz und äußerer, bis zu sechs Millimeter starker Scheibe aus gehärtetem Glas sorgt dabei für eine gute Wärmedämmung mit einem U-Wert von 1,2 W/(m²·K) und reduziert zugleich die Regen- und Hagelgeräusche ­sowie den Verkehrslärm deutlich. Außerdem wurde die neue Fensterlösung für den Einsatz der Sonnenschutzprodukte des Herstellers optimiert: Innen kann nicht nur die Ausstattung mit ­einem Wabenplissee zur Abdunkelung oder einem Plissee zur ­Tageslichtregulierung kombiniert werden, sondern es kann auch zwischen der inneren und äußeren Scheibe eine Solar-Hitzeschutz-Markise installiert werden. Konvex-Glas ist in acht ­verschiedenen Größen von 60 x 60 bis 100 x 150 Zentimeter als fest verglaste und elektrisch zu öffnende Ausführung erhältlich und kann in Dächer mit einer Neigung von 0–15 Grad eingebaut werden. www.velux.de   Ein Kasten für alle Sonnenschutz-Arten Alukon hat den Aufsatzkasten ­„AK-Flex“ mit dem textilen Sonnenschutzsystem „ZipTex“ ausgestattet. Damit ist textiler Sonnenschutz nun auch mit einem ins Gebäude integrierten Kasten erhältlich und nicht mehr nur in Kombination mit Vorbaukästen. Mit dem AK-Flex können Bauvorhaben nun mit nur einem Kasten und je nach Raumanforderung mit textilem Sonnenschutz, Raffstore oder Rollladen ausgestattet werden. Der Aufsatzkasten ist in einer Breite von bis zu vier Metern erhältlich, und bei ZipTex kann zwischen mehr als 200 Tucharten und Farben gewählt werden. Dank der zweigeteilten seitlichen Führungsschiene des Zip-Tex-Systems kann ein Teil der Schiene verputzt werden, was für eine schmale Profilansicht sorgt. www.alukon.com

BAU-Nachlese

Eine erste Auswahl neuer Produkte von der Leitmesse der Branche in München. Wasserfester Naturkork Bei dem Fußbodenbelag „Aquanatura“ von Cortex bleiben die Eigenschaften des natürlichen Korkbodens auch dann erhalten, wenn er Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Das heißt, die Boden-Elemente quellen nicht auf und die Stabilität wird nicht beeinträchtigt. Gleiches gilt für das Rückstellvermögen sowie die trittschall- und stoßdämpfende Wirkung. Aquanatura ist in zehn Holzdesigns erhältlich. Der Hersteller gewährt eine Garantie von 25 Jahren für die Verwendung im Wohnbereich und von 15 Jahren im Objektbereich. Wegen der geringen Aufbauhöhe von nur sechs Millimetern ist der Belag zudem für den Einsatz bei Sanierungsvorhaben prädestiniert. Die Verlegung erfolgt schwimmend im neu entwickelten „Pressfit“-System, das die von Natur aus flexible und elastische Struktur von Kork nutzt. Durch den Druck beim Verschließen wird die Feder an den Dielen zunächst zusammengepresst. Nach dem Einklicken in die Nut dehnt sie sich wieder aus. So entsteht ein äußerst fester Verbund. www.cortex.de Aluminium-Kunststoff-Fenster Kneer-Südfenster hat zwei Aluminium-Kunststoff-Fenstersysteme vorgestellt. Statt der üblichen Clip-Montage ist hier die Aluminium-Flügelschale nicht fest mit dem Kunststoffrahmen verbunden. Dadurch soll die unterschiedliche Längenausdehnung der beiden Materialien besser ausgeglichen und so die Lebensdauer des Systems verlängert werden. Dazu soll zudem die qualitativ hochwertige Eckverbindung der Aluminiumschale beitragen. Das stabile Kunststoff-Profil eignet sich auch für große Fensterelemente bis hin zu weitläufigen Hebe-Schiebe-Türen. Es stehen die komplette RAL-Farbpalette und viele Effektfarbtöne zur Wahl. www.kneer-suedfenster.de Neue Schaumglas-­Generation Mit „Foamglas T3+“ präsentierte die Deutsche Foamglas eine neue Generation des Dämmstoffs Schaumglas, das vorwiegend aus Recyclingglas besteht. Durch die Modifikation des ­Produktionsprozesses, wobei durch eine neuartige molekulare Verdichtung ein Material mit einer besonders homogenen Porenstruktur entsteht, konnte der Lambda-Wert auf Verankertes ObjektD ≤ 0,036 W/(m·K) reduziert werden. Das entspricht einer um etwa zwölf Prozent besseren Dämmleistung. Die typischen Eigenschaften des Schaumglases bleiben dabei erhalten. Der Dämmstoff ist sehr druckfest, wasser- und dampfdiffusionsdicht, nicht brennbar (Brandschutzklasse A1), resistent gegenüber Schädlingen, ­Chemikalien und radioaktiven Strahlungen aus dem Erdreich ­sowie frei von Flammschutzmitteln, Treib­gasen, VOCs und anderen flüchtigen Substanzen. www.foamglas.com Schlanke Dämmlösungen Evonik hat den Hochleistungsdämmstoff „Calostat“ entwickelt und das Produkt auf der BAU 2013 erstmals vorgestellt. In der Zwischenzeit hat das Unternehmen mit Partnern aus der Bau­industrie neue Anwendungen für die Dämmplatte erschlossen. Neben Lösungen für technische Details an der Fassade, wie für Rollladen- oder Raffstorekästen, Laibungsprofile oder Brand­riegel, werden jetzt ein Innendämm-System sowie ein Isolationspaneel für Fassaden angeboten. Calostat basiert auf dem mineralischen Rohstoff Siliciumdioxid, ist nicht brennbar, dampfdiffusionsoffen und verfügt mit einem Lambda-Wert von nur 0,019 W/(m·K) über eine äußerst geringe Wärmeleitfähigkeit. Die Dämmstoffsysteme sind daher alle sehr schlank. Zum Beispiel ist das Isolationspaneel für die Fassade, das in Kombination mit Plexiglas angeboten wird, nur zwölf Zentimeter dick. www.evonik.de Lehm-Hanf-Trockenbauplatte Claytec hat mit der „Greentech 700“ eine Lehm-Hanf-Trockenbauplatte auf den Markt gebracht, die die Vorteile von Lehmbauplatten hinsichtlich Klimaregulierung und Wohngesundheit mit deutlich verbesserten Verarbeitungseigenschaften verbindet. Aufgrund der hohen Festigkeit ist die Platte robust und unempfindlich gegen Schäden beim Transport. Sie ist zudem äußerst maßhaltig, scharfkantig und wasserbeständig. Greentec 700 besteht aus etwa 30 Prozent Lehm und Ton, Hanfschäben sowie mineralischen (Mineral-oxyd) und pflanzlichen Bindemitteln (für Lebensmittel zugelassen). Die Rohdichte beträgt circa 700 Kilogramm pro Kubikmeter. Als Unterkonstruktion eignen sich alle für den Trockenbau typischen Systeme. Der Einsatz zur vollflächigen Bekleidung fester Untergründe, wie Beton-, Kalksandstein- oder Ziegelwände, ist ebenfalls möglich. Nach der Verlegung werden die Flächen mit einem drei Millimeter dicken Lehmklebe- und Armierungsmörtel überzogen, der sich auch mit der Putzmaschine anspritzen lässt. In die noch nasse Oberfläche wird dann vollflächig Flachsgewebe eingearbeitet. Die Endbeschichtung kann dann mit den verschiedenen Lehmputzsystemen des Herstellers erfolgen. www.claytec.de

Leucht-Zeichen

Attraktives Markenzeichen: Der Schriftzug der Allianz Arena in München ist 40 Meter lang und wiegt drei Tonnen. Vor der Auftragsvergabe wurde auch der Brandfall getestet. Architektur und Lichtwerbung müssen nicht im Konflikt stehen, sondern können einander in der Wirkung stärken. Die Architektur eines Gebäudes kann noch so gelungen sein, eine minderwertige Lichtwerbung wird diesen Eindruck stets trüben. Um dies zu vermeiden, empfiehlt sich schon während der Planungsphase eine Zusammenarbeit von Architekt und Lichtwerber. So kann die Anlage farblich und gestalterisch auf das Bauwerk abgestimmt werden sowie die ideale Leuchtwirkung und der Kontrast zur Fassade definiert werden. Auch Details, wie eine ansprechende und sichere Anbindung der Unterkonstruktion an die Fassade, eine effiziente Energieplanung und die optimale Größe der Anlage, sollten frühzeitig geklärt werden. Das betrifft ebenso sämtliche Stromzuleitungen. Tag-Nacht-Rhythmus: Bei dem Kreativquartier „Werk 3“ in München erscheinen die Buchstaben tagsüber tiefschwarz… Zu den eindrucksvollsten Beispielen einer Lichtwerbung zählt die Allianz Arena in München, entworfen von Herzog & de Meuron aus Basel. Hier galt es, bei der Gestaltung auch städtebauliche und brandschutztechnische Vorgaben zu berücksichtigen. Jeder Schriftzug ist 40 Meter lang und wiegt drei Tonnen, einschließlich der Stahlunterkonstruktion. …nachts leuchten sie dagegen in hellem Weiß. Um den Härtefall zu testen, verbrannte die Feuerwehr Musterbuchstaben: Im Brandfall schmilzt Plexiglas und kann brennend heruntertropfen. Da bei der Spezial-Konstruktion von Fischer Licht & Metall aus Mühlhausen in Bayern nichts abtropfte, erhielt das Unternehmen den Auftrag – ebenso wie für das aktuelle Kreativquartier „Werk 3“ im Münchner Osten. Tagsüber erscheinen die Buchstaben der Lichtwerbeanlagen im Schriftzug „Werk 3“ tiefschwarz und bilden einen starken Kontrast zur Fassade in kräftigem Orange. Da die Buchstaben mit lichtdurchlässiger schwarzer Rasterfolie bezogen sind, leuchten sie nachts in hellem Weiß. Die Zahl „3“ im Schriftzug strahlt sowohl tagsüber als auch nachts in klarem Orange. Profilierte Kanten: Die schmalen umlaufenden Zargen führen hier zu Schattenfugen. Wie attraktiv sich Lichtwerbung umsetzen lässt, zeigt auch die neueste Generation von Fischer Licht & Metall namens „Fdesign“. Die Produktgruppe, bestehend aus den drei Linien F01, F02 und F03, entstand zusammen mit Industriedesignern und bietet standardisierte Konzepte. Das Endprodukt ist dennoch ein Unikat, da der Architekt die Wahl über Material, Maße und Oberflächengestaltung hat: ob lackiert in matt schimmernden Gold-, Silber- und Bronzetönen oder in glänzendem Tiefschwarz. Ob bezogen mit modernen Folien in luxuriöser Leder-, geprägter Schlangenhaut- oder gehämmerter Metall-Optik. Die Lichtwerbung ist nicht nur für große Unternehmens- und Gewerbebauten geeignet, sondern ebenso für Einzelhandelsgeschäfte, die sich eine hochwertige Bewerbung zu bezahlbaren Preisen wünschen. www.fischer-lum.de

Optik in Edelstahl

Spiegeleffekte: In der Edelstahl-Lochblech-Bekleidung der Treppenhäuser spiegeln sich Fragmente der Umgebung. Durch das ausgefallene Lochdesign einer Treppenhaus-Bekleidung avanciert ein Münchener Hotel zum Blickfang. Für das Apartment-Hotel „My Home“ wurden in der Hanauer Straße in München die sechs Etagen eines Bürogebäudes zu insgesamt rund 120 etwa 30 Quadratmeter großen, Zimmern umgebaut. Ausstattung und Design ähneln Wohnungen, in denen sich die Gäste wie zu Hause fühlen sollen. Dieses Konzept – auch Boardinghouse genannt – richtet sich hauptsächlich an Privat- und Geschäftsleute für eine Mietdauer von 30 Tagen und mehr. Während der Bau im Innern grundlegend erneuert wurde, blieb die Gebäudehülle aus der Nachkriegszeit weitestgehend erhalten. So prägen umlaufend verspiegelte Flächen zwischen den Fensterbändern bis heute die Fassaden. Lediglich die an den Stirnseiten vorgesetzten Treppenhäuser wurden durch eine Bekleidung optisch aufgewertet. Wiederholungs-Effekte: Im Inneren des Hotels finden sich die Lochbleche unter anderem als Barrückwand… Architekt Reinhard Maier-Trommeter aus Helfenbrunn wählte dafür Lochbleche aus Edelstahl. Aus ästhetischer Sicht ermöglichte es dieser Werkstoff seiner Meinung nach am besten, den spiegelnden Charakter der Fassaden aufrechtzuerhalten. Außerdem gelang es durch ein außergewöhnlich großes und abwechslungsreiches Lochmuster, die Treppenhäuser gestalterisch besonders hervorzuheben. Die Durchmesser variieren in Abstufungen zwischen 40 und 140 Millimetern – damit ist zugleich der Blick nach draußen gesichert. Hergestellt hat die Lochbleche Moradelli Metall Design aus Kirchheim bei München. Das bereits in der siebten Generation geführte Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, individuelle Vorstellungen von Architekten zu verwirklichen. … und am Tresen wieder. Für das Apartment-Hotel entstanden die Löcher durch Lasern. Das war Reinhard Maier-Trommeter besonders wichtig, denn die Spiegelung der Oberfläche bleibt so nahezu verzerrungsfrei erhalten. Diese lasertypische hohe Reflexion der Schnittkanten war auch für das innenarchitektonische Konzept wichtig, um die Beleuchtung zu untermalen. Die Lochbleche finden sich hier in den halb-öffentlichen Bereichen wieder: zum Beispiel am Tresen der Rezeption, punktuell an Wänden und Decken sowie als Rückwand der Bar. Bei Letzterer übernehmen die Edelstahl-Lochbleche zugleich noch die Funktion eines Weinregals. www.moradelli.de

Modehaus gesichert

Hochsensible Bewegungsmelder: Die Melder registrieren über ihre Spiegeloptik infrarote Wärmestrahlung, wie sie etwa vom menschlichen Körper ausgeht. Ladengeschäfte lassen sich mit der passenden Lösung ansprechend und wirkungsvoll gegen Einbruch und Brand schützen. Einbruch, Vandalismus und Brände können die Existenzgrundlage jedes Einzelhändlers bedrohen. Der Betreiber eines Modehauses im baden-württembergischen Aalen schützt sein Geschäft vor diesen Gefahren mit einer maßgeschneiderten Sicherheitslösung von Telenot. In dem 2.300 Quadratmeter großen Verkaufsraum wurden neben einer Einbruchmeldeanlage zur Erkennung von Einbruchversuchen auch eine Brandmeldeanlage zur frühzeitigen Alarmierung bei Feuer und Zutrittskontrollleser installiert. Die Alarmanlage ist besonders nutzerfreundlich: Sie wird ohne Schlüssel an den Zutrittskontrolllesern neben den Eingangstüren scharf geschaltet. Mit den Kontrolllesern lässt sich zudem durch Codeeingabe oder Transponderchip der Zugang zum Laden und zu verschiedenen Bereichen im Inneren des Objektes regeln. Geht ein Chip verloren, wird dieser gesperrt und durch einen neuen ersetzt. Die Sicherheit in den Verkaufs- und Lagerräumen wurde zusätzlich durch Bewegungsmelder erhöht. Die Melder registrieren über ihre Spiegeloptik infrarote Wärmestrahlung, wie sie beispielsweise vom menschlichen Körper ausgeht. So lassen sich auch die seltenen, aber gefährlichen Einschleichtäter erkennen. Da gerade bei der Ausstattung von Läden das Aussehen der Technik wesentlich ist, wurden hier die Design-Bewegungsmelder „comstar“ verwendet, die Luigi Colani für den Hersteller von elektronischer Sicherheitstechnik und Alarmanlagen entworfen hat. Aus der Designlinie „comstar vayo“, die in unterschiedlichen Cover-Varianten erhältlich ist, wurden ebenfalls Bewegungsmelder passend zum Ambiente eingesetzt, beispielsweise in Zebra-Optik. Die besonders schwierig zu sichernden Schaufenster erhielten Infrarot-Lichtvorhänge. Zwischen zwei Leisten spannt sich ein unsichtbarer, exakt abgegrenzter Lichtvorhang. Sobald dieses Detektionsfeld gestört oder durchbrochen wird, registrieren die Sicherheitskomponenten einen Einbruchversuch. Alexander Kurz, Sicherheitsexperte bei Telenot, rät außerdem jedem Einzelhändler zu Überfallmeldern: „Mit diesen können Mitarbeiter per Knopfdruck bei einem Überfall stillen Alarm auslösen, der direkt an eine Hilfe leistende Stelle übermittelt wird, beispielsweise den Wachdienst und von da aus weiter an die Polizei.“ Design-Bewegungsmelder: Die Produktlinie „comstar vayo“ bietet zahlreiche Cover-Varianten. Doch nicht nur Einbruch, Diebstahl und Vandalismus sind laut Kurz im Handel eine ernst zu nehmende Gefahr. „Durch den vermehrten Einsatz von Stand-by-Geräten entstehen immer häufiger auch Brände.“ Deshalb wurden alle Bereiche des Modehauses mit hochsensiblen Rauchmeldern ausgestattet. Sie erkennen mittels Streulichtverfahren bereits kleinste Rauchpartikel, wie sie bei Schwelbränden entstehen. Zusätzlich befinden sich an allen Fluchtwegen Handfeuermelder. Bei einem Brand warnen an der Decke montierte Sirenen die Mitarbeiter und Kunden. An der Fassade installierte Signalgeber machen mittels akustischen und optischen Alarms von außen auf die Gefahr aufmerksam. Bei Bedarf ist die Anlage jederzeit erweiterbar, beispielsweise durch Magnet- und Riegelkontakte an Fenstern und Türen. Damit im Ernstfall auch der Versicherungsschutz gewährleistet ist, sind die Alarmanlagenkomponenten von der VdS Schadenverhütung, dem offiziellen Organ der Deutschen Versicherungswirtschaft, anerkannt. www.telenot.de

Mit dauerhaftem Holz umhüllt

„Ersatz-Neubau“: Das moderne Interieur, das durch den verglasten Giebel sichtbar wird, kontrastiert mit dem scheinbar verwitterten Holz an Dach und Fassade. Ein baufälliger Dreiseithof in Norwegen wurde durch ein modernes Gebäude ergänzt, das den skandinavischen Stil aufgreift. Ein Dreiseithof in der Nähe von Fredrikstad in Norwegen aus der Zeit um 1900 ließ sich zum Teil erhalten, ein anderer Teil musste zurückgebaut werden. Als Ersatz plante das norwegische Büro Link Architektur ein Gebäude, das sich am Stil der Farmhäuser dieser Gegend mit ihren typischen Satteldächern orientiert. Die tragende Konstruktion bildet ein Holz-Ständerwerk. Um die Tradition der klassischen Kiefernholzfassaden aufzugreifen und gleichzeitig eine lange Lebensdauer zu gewährleisten, wählte der verantwortliche Architekt Martin Ebert zur Bekleidung von Dach und Fassade Kebony-Holz. Nahtloser Übergang: Die Traufe des Daches endet hinter der Holzfassade… Ausgangsmaterial ist bei Kebony Kiefernholz, das mit Furfurylalkohol, einem Naturprodukt, getränkt und danach getrocknet wird. Dabei vernetzt sich der Bioalkohol mit dem Holz und modifiziert es so, dass ein Holz mit hoher Dauerhaftigkeit, Dimensionsstabilität und einer mit tropischen Harthölzern vergleichbarer Festigkeit entsteht. Diese Eigenschaften waren vor allem bei der offenen Lattenkonstruktion wichtig, womit das Dach über der Dichtebene eingedeckt ist. Für diese Konstruktionsart hätten sonst nur tropische Harthölzer eingesetzt werden können. Die Traufe des Daches endet hinter der Holzfassade, so dass weder Dachrinnen noch Fallrohre sichtbar sind. …sodass weder Dachrinne noch Fallrohre zu sehen sind. Für die Fassaden wurden dicht aneinander verlegte Bretter verwendet. Auf dem anfangs dunkelbraunen Kebony-Holz entsteht infolge von Sonneneinstrahlung, Regen und Schnee eine silbergraue Patina, deren Optik einer natürlichen Verwitterung sehr ähnlich sieht. Dies führt bei dem Neubau im Zusammenspiel mit der nahezu vollflächig verglasten Giebelfassade und dem so sichtbaren hellen Interieur zu einem Kontrast zwischen neuen und scheinbar alten Materialien. www.kebony.de

Besonderes Ziegeldesign

Die Fassaden eines Museums-Neubaus in Colmar wurden mit auseinandergebrochenen Klinkern verblendet. Herzog & de Meuron planten im elsässischen Colmar die Sanierung und Erweiterung des Musée d’Unterlinden. Die Architekten zeigten dabei einen sensiblen, aber zeitgenössischen Umgang mit dem denkmalgeschützten Baubestand. Das Museum befindet sich in einem ehemaligen Dominikanerinnenkloster aus dem 13. Jahrhundert, das aufgrund der immer größer gewordenen Kunstsammlung erweitert werden musste. Das planerische Konzept hierzu sah neben der Sanierung des Bestandsgebäudes einen dreigeschossigen Neubau vor, deren Ausstellungsbereiche ein Galerietunnel verbindet. Die Versorgung der unterirdischen Bereiche mit Tageslicht erfolgt über das an die Colmarer Altstadthäuser erinnernde und ebenfalls neu gebaute sogenannte „kleine Haus“. Dessen Dach und Fassaden sind ebenso wie die des Neubaus überwiegend geschlossen. Lediglich die wenigen spitzbogenförmigen und schmalen Fenster erinnern an den gotischen Ursprung des ehemaligen Klosters. Das Innere nach außen gekehrt: Für das Verblendmauerwerk wurden gelochte Formklinker in der Mitte auseinandergebrochen… Die Fassaden beeindrucken vor allem durch ein außergewöhnliches Verblendmauerwerk aus insgesamt 75.000 von Hand gebrochenen Klinkern des Herstellers Gima. Verwendet wurden dafür 28 Zentimeter breite, zwölf Zentimeter hohe und 8,50 Zentimeter tiefe …und die innere Seite wurde als Außenansicht im Binderverband vermauert. Klinker des Sonderfarbtones „Colmar-Breno FKG“. Es handelt sich dabei um gelochte Formsteine, die mittig auseinandergebrochen und mit der unregelmäßigen Seite nach außen als angepasster Binderverband vermauert wurden. Das von den Architekten gewünschte Farbspiel der Fassade entstand durch Zugabe von Kohle und Salz während des Brandes sowie mittels einer speziellen Ofenatmosphäre. In die Erweiterung des Museums wurde die angrenzende ehemalige städtische Badeanstalt einbezogen. Damit sich der so entstandene öffentliche Platz optimal in den historischen Kontext und die Fassadengestaltung einfügt, wurden auf der Bodenfläche farblich abgestimmte Pflasterklinker von Gima verlegt. Insgesamt lässt die natürliche Ästhetik der Klinker den Platz und die Gebäude zu einem harmonischen Ensemble verschmelzen. www.gima-ziegel.de

Qualität zahlt sich aus

In einer Werkstatthalle mussten nach über 25 Jahren bei den Oberlichtern und RWA-Anlagen lediglich die Ausfachungen ersetzt werden. Flugzeuge müssen regelmäßig überholt werden, damit sie ihre Betriebsdauer von mehr als 20 Jahren erreichen. Diese Dienstleistungen übernimmt bei der Lufthansa deren Tochterunternehmen, die Lufthansa Technik AG, an weltweit über 50 Standorten. Eine der Überholungshallen befindet sich auf dem Flughafengelände in Hamburg. Auf einer Fläche von 13.000 Quadratmetern bietet diese sogenannte „Überholungshalle 461“ gleich mehreren Flugzeugen Platz. Vor über 25 Jahren wurden auf ihrem Dach 44 Tonnenoberlichter und 110 Lüftungssysteme mit RWA-Funktion der Roda Licht- und Lufttechnik GmbH installiert. Im Lauf der Zeit hatte Hagel die Polycarbonat-Mehrstegplatten so stark beschädigt, dass der Bauherr zunächst einen kompletten Austausch der Oberlichter und RWA-Anlagen für nötig hielt. Bei der genauen Bestandsanalyse stellte sich jedoch heraus, dass die in das Lichtband integrierten RWA- und Lüftungssysteme noch voll funktionstüchtig waren. Dabei erlaubte die Bauart der Systeme, dass sich die Polycarbonat-Platten einfach austauschen ließen. Annelene Hinz, verantwortliche Managerin bei der Lufthansa Technik AG: „Wenn nach 25 Jahren Systeme immer noch so gut sind, dass nur die Ausfachung ausgetauscht werden muss, dann handelt es sich um eine hervorragende Produktqualität.“ Zeitachse: Die drei Bilder zeigen das Hallendach nach der Montage 1991… Deshalb wandte man sich jetzt wieder an Roda und ließ sich beraten. Bei der Ausfachung setzt man auch heute noch auf Polycarbonat-Mehrstegplatten, die im Laufe der Jahre vor allem in Bezug auf ihre UV-Beständigkeit deutlich verbessert wurden. Ihre Mehrkammer- …vor der Sanierung im Jahr 2016… Geometrie sichert hervorragende U-Werte. Außerdem sind die Platten leicht, was die statische Belastung des Dachtragwerks reduziert. Weiterhin sind unterschiedliche Stärken und Ausführungen verfügbar. Transparente …und nach der Sanierung. Polycarbonat-Mehrstegplatten lassen das meiste Sonnenlicht ins Gebäude (LT = 66 Prozent bei 16/5X transparent), lassen aber die Sonnenstrahlen gerade hindurchgehen, was zur Licht- und Schattenbildung im Gebäude und zu Blendeffekten führt. Die Alternative sind opake Platten, die diese Nachteile aufgrund ihrer Lichtstreuung (Diffusion) verhindern. Allerdings beträgt die Lichttransmission nur 40 Prozent (16/5X opal). Dadurch gelangt deutlich weniger Sonnenlicht in die Räume. Die Lufthansa Technik AG wählte daher sogenannte Softlite-Platten. Sie werden aus einem speziellen Granulat gefertigt und erlauben laut Hersteller eine hundertprozentige Diffusion, lassen aber mit einer Lichttransmission von 57 Prozent (16/5X softlite) deutlich mehr Licht als herkömmliche Opal-Platten ins Gebäude. Annelene Hinz: „Damit haben wir eine hervorragend ausgeleuchtete Überholungshalle und fühlen uns für die nächsten 25 Jahre gut aufgestellt.“ www.roda.de

Kreativ und nachhaltig

Nicht alltägliche Fassaden mit Klinkern, Glas und Metall sowie Ersatz der Ausfachung statt neuer Oberlichter. Fassade mit La-Ola-Welle Durch eine neue Metallfassade mit ausgestellten Lamellen ist ein Hochregal-Lager zum Blickfang geworden. Zu den Liegenschaften und Gebäuden der internationalen Unternehmensgruppe Gedeon Richter zählt ein neungeschossiges turmartiges Lagerhaus am Hauptsitz in Budapest. Angesichts der voluminösen fensterlosen Masse wirkte es äußerst schmucklos. Der Bauherr strebte deshalb im Zuge der energetischen Sanierung auch eine optische Umgestaltung an, die das Lagerhaus zu einem Blickfang macht. Die ungarischen Architekten Nagy Csaba und Dániel Déri des Budapester Büros Archi-kon (Kft.) lösten diese Aufgabe, indem sie das Gebäude mit einem Metallkleid überzogen, das in seinem individuellen Faltenwurf Bewegung simuliert. Dafür wählten sie das Aluminium-Paneelsystem Planum von Domico mit besonders ebener Oberfläche und einer Deckbreite von 800 Millimetern. Ein Vorteil des Systems besteht in der Verlegemöglichkeit von oben nach unten, die bei diesem Projekt zur Ausführung kam. Das Gerüst kann dadurch bereits im Zuge der Arbeiten abgebaut werden. Für die neue Metallfassade bedienten sich die Architekten einfacher Gestaltungstricks: Die typische kreuzförmige Rasterung der plan-ebenen Paneelfassade wurde nach einem vorgegebenen Prinzip lediglich horizontal verschoben – dies allerdings im standardisierten Paneel-Längenmaß, jeweils auch über alle Ecken rund um das Gebäude herum. Dadurch entstanden in den Flächen optisch sich überlagernde Parabelbögen, die übereck geführt sind und somit die harten Kanten des Kubus aufweichen. Die in Profilbreite zusätzlich in alle vertikalen Fugen integrierten Metallplatten und deren versetzte Anordnung erzeugen eine virtuelle wellenförmige Bewegung, die die Fassaden dreidimensional erscheinen lässt. Die rechtwinklig herausgestellten Lamellen bilden bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen spiegelnde Glanzflächen sowie scharfkantige Schlagschatten und intensivieren dadurch den Verlauf der Parabelmuster. Eine besondere handwerkliche Herausforderung für das ausführende Unternehmen VÁZ-ÉP Kft. aus Székesfehérvár war das akkurate Kanten sämtlicher Planum-Eckprofile vor Ort. Schließlich galt es nicht nur, über die ganze Höhe exakte Gebäudekanten herzustellen, sondern auch den Fugenversatz maßgerecht in den benachbarten Flächen zu etablieren. Demgegenüber war die Montage der Lamellen dank definierter Anschraubwinkel in der Unterkonstruktion schnell Routine. www.domico.at Einschalige Lösung Bei der Fassadensanierung eines Osloer Bürogebäudes erfüllen 15 Zentimeter schlanke Glaselemente den energetischen und denkmalpflegerischen Anspruch. Das Bürogebäude Wergelandsveien 7 in Oslo wurde 1959 nach dem Entwurf des norwegischen Architekten Nils Holter errichtet. Sein Design verkörpert die spätmoderne Gestaltungsidee der Fünfziger- und Sechzigerjahre – deshalb steht das Bauwerk unter Denkmalschutz. Nach rund 55 Jahren erforderte die ungenügende Energieeffizienz eine Modernisierung des Gebäudes. Für die Fassaden hatten die Verantwortlichen zunächst eine herkömmliche Pfosten-Riegel-Konstruktion mit Dreifachverglasung, Mineralwolldämmung und externem Sonnenschutz erwogen. Allerdings hätte die Erfüllung der energetischen Anforderungen eine Wanddicke erfordert, die das ursprüngliche Erscheinungsbild zu sehr verändert hätte. Das Glasfassadensystem „Qbiss Air“ mit seinem 100-Millimeter-Mehrkammer-Dämmkern von Trimo aus Trebnje in Slowenien erfüllte dagegen die Aufgabenstellung. Qbiss Air ist modular aufgebaut und setzt sich aus transparenten und nicht transparenten Elementen zusammen. Ihr Mittelwert ergibt bei der hier eingesetzten Glasfassade einen Ucw-Wert von 0,36 W/m²K bei einer Wanddicke von nur 15 Zentimetern. Mit einer 200-Millimeter-Mineralwolle-Dämmung in den nicht belichteten Fassadenteilen erreicht die gesamte Außenwand einen Ucw-Wert von 0,23 W/m²K. Durch die hohen Dämmwerte und den niedrigen g-Wert der Glaselemente von 0,22 wird auch kein externer Sonnenschutz benötigt. Nach der Fassadensanierung ist der Energieverbrauch des Bürogebäudes um 60 Prozent gesunken. Das entspricht etwa 120 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr. Und die Nutzer erfreuen sich einer guten Schalldämmung (45 dB), stabiler Raumtemperaturen und einer uneingeschränkten Sicht nach draußen. www.qbiss.eu

Innovatives fürs Büro

Neuheiten von der Messe für Büroeinrichtungen Orgatec in Köln. Trennwand Cradle-to-Cradle-zertifiziert In Zusammenarbeit mit der Internationalen Umweltforschung GmbH (EPEA) hat Strähle sein Trennwand-System 2000 nach den Kriterien des „Cradle to Cradle Products Innovation Institute“ zertifizieren lassen. Um dem C2C-Prinzip zu entsprechen, wurden die Inhaltsstoffe der Materialien bis auf die CAS-Nummer-Ebene (CAS = Chemical Abstracts Service) identifiziert und die toxikologischen und ökotoxikologischen Eigenschaften bewertet, ebenso deren Fähigkeit, nach der Nutzung in den biologischen oder technischen Kreislauf zurückgeführt zu werden. Für die Herstellungsprozesse bei Strähle mussten außerdem Nachweise über Energieeinsatz, Wassermenge und -qualität sowie die Einhaltung sozialer Grundsätze erbracht werden. Im Ergebnis mussten für einige der beim Trennwand-System 2000 eingesetzten Materialien Alternativen gefunden werden. Zum Beispiel wird für das C2C-System jetzt eine Verglasung mit PVC-freiem Dichtungsprofil verwendet. Die hier dargestellte Glaswand zeigt eine Kombination aus eloxierten, schwarz gefärbten Aluminiumprofilen und Rauchglas. www.straehle.de Power-Leuchte Waldmann hat eine neue Variante der LED-Stehleuchten-Serie „Lavigo“ vorgestellt. Das Modell besitzt einen besonders langen und schmalen Leuchtenkopf, der weit über den Arbeitsplatz reicht. Dadurch kann die Leuchte auch an der Fensterseite platziert werden, denn das Licht geht nicht nach außen verloren, sondern kommt direkt beim Nutzer an. Außerdem erzeugt die mit 16.000 Lumen leistungsstärkste Stehleuchte des Herstellers besonders viel und gleichmäßiges Licht. Möglich wurde diese Leistung durch eine um 130 Lumen pro Watt gesteigerte Lichtausbeute. Das Modell eignet sich besonders für tiefe Räume und ist auf eine normgerechte Ausleuchtung von zwei großen Schreibtischflächen mit bis zu 1,80 Meter Tiefe ausgelegt. www.waldmann.com Tradition mit Zeitgeist verknüpft Seit Arne Jacobsen 1952 für Fritz Hansen den inzwischen zum Designklassiker erhobenen Stapelstuhl „Ant“ entworfen hat, dessen fließende Geometrie durch formgepresstes ­Furnier erzeugt wurde, blieb der dänische Hersteller dieser Tradition verbunden. Auch die Formensprache des neuesten Modells namens „Pair“ erinnert an die 1950er-Jahre; allerdings hat sie der britische Designer und Gründer der Londoner Designagentur Layer, Benjamin Hubert, dem Zeitgeist angepasst. Heute sind vor allem flexible Produkte gefragt, um Individualität und auf das Umfeld abgestimmte Lösungen zu erreichen. Bei Pair soll das Zusammenspiel von Alt und Neu die Kombination der klassischen Sperrholzsitzschale mit einer Rückenlehne aus leicht transparentem Spritzgusspolycarbonat zum Ausdruck bringen. Die Rückenlehnen sind mit oder ohne Armauflagen in vier Farben erhältlich. Verfügbar sind außerdem verschiedene Beinmodelle (Kufengestell oder Vierfuß), wahlweise in zwei Farben und in Chrom, sowie ein Sitz in zwei Farben und Eichenfurnier. Optional wird auch eine Polsterung angeboten. www.fritzhansen.com Universeller Stapelstuhl Der Stapelstuhl „Halm“ von Brunner vereint Funktionalität mit einem eleganten und puristischen Design, das jehs+laub entworfen haben. Verwendet wurden Holz und Kunststoff, die durch einen nahezu fugenlosen Übergang ästhetisch miteinander verschmelzen. Durch den Einsatz eines Stahlrohrrahmens und spezieller Gewindestifte ist Halm besonders stabil, dabei aber praktisch in der Handhabung. Bis zu fünf Stühle können übereinandergestapelt werden – ob mit oder ohne Armlehne und mit oder ohne Polster. In Verbindung mit der Auswahl aus sechs Kunststofffarben eignet sich dieses Modell für Restaurants ebenso wie für öffentliche Warteräume und vieles mehr. www.brunner-group.com Ideen für individuelle Arbeitswelten Der niedersächsische Hersteller Wini hat gemeinsam mit seinem britischen Partner, dem Sitzmöbelhersteller Connection Seating Ltd., Büromöbel-Programme vorgestellt, mit denen sich ganzheitliche Konzepte realisieren lassen – vom repräsentativen Empfangsbereich über Einzel- und Teamarbeitsplätze, die Cafeteria, Besprechungs- und Loungezonen bis hin zu integrierten Raum-in-Raum-Lösungen. Neu ist unter anderem das Einrichtungssystem „Winea Plus“ des Berliner Designers Michael Hilgers. Die neue Möbelserie umfasst neben Tischen in Sitz- und Stehhöhe und mit Stromversorgung auch Sitzbänke in verschiedenen Größen und bietet sich dort an, wo maßgerechte und vor allem kommunikative Treffpunkte gestaltet werden sollen. Frei stehende Lösungen sind dabei ebenso möglich wie wandgebundene Elemente oder solche mit Schrankanbindung. Gestaltendes Element der Serie ist die innen laufende, abnehmbare Stoffbespannung, hinter der sich neben einer verstärkenden Stahltraverse auch der Kabelkanal für die Elektrifizierung verbirgt. Durch die große Stoffauswahl können mit der Ummantelung zudem gezielte Farb- und Designakzente im Objekt gesetzt werden. www.wini.de Neue Generation von Teppichfliesen Die Teppichfliese „Freestyle“ von Object Carpet besitzt aufgrund einer neuartigen Webtechnik eine ungewöhnlich harte Oberfläche; dennoch bleiben die Eigenschaften eines textilen Belages erhalten. So sorgt die rückseitige Beschichtung auf einem hoch komprimierten und thermofixierten Vlies für Dimensionsstabilität und eine gute Akustik. Von oben ist dagegen eine fein strukturierte, dezente Oberfläche sichtbar, die auch für Allergiker geeignet ist. Mit Freestyle ist ein nachhaltiges Produkt auf den Markt gekommen. Die Fliese besteht zu einhundert Prozent aus PET und ist somit schadstofffrei und komplett recycelbar. Mit 16 unterschiedlichen Designs in jeweils vier Kolorits deckt die Kollektion ganz verschiedene Stilrichtungen ab. Kulturmetropolen wie Antwerpen, Marrakesch oder Tokio standen den Designern Kathrin und Mark Patel für die Motive Pate. Der Belag lässt sich mit den anderen Teppichboden-Qualitäten des Herstellers auch gut kombinieren, zum Beispiel, um Zonierungen für unterschiedliche Aufenthaltsbereiche zu schaffen. Mithilfe des Konfigurators auf der Website lässt sich die Einrichtung zudem schnell visualisieren. www.object-carpet.com Intelligentes Klapptischsystem Mit dem Klapptisch „mAx“ hat der Designer Andreas Störiko für Wilkhahn ein System entwickelt, das moderne Gestaltung, Flexibilität und komfortable Bedienung verbindet. Drei Tischfuß-Größen erlauben skalierbare Tiefen und Breiten bei Einzeltischen, Systemtischen und Einhängeplatten, deren Geometrien lineare ebenso wie richtungsändernde Verkettungen ermöglichen. Zusammen mit den in unterschiedlichen Oberflächen- und Kantenausführungen verfügbaren Tischplatten lassen sich von losen Gruppierungen über verkettete Tischreihen bis zu offenen oder geschlossenen Konferenztischanlagen flexible Nutzungskonzepte realisieren. Die Klappmechanik lässt sich nicht nur mit einer Hand bedienen, sondern sie ist zudem selbststabilisierend: Beim Ausklappen des T-Fußes schnappt eine Stützstrebe aus der Standsäule heraus und arretiert automatisch im Gegenlager unter der Tischplatte. Und je mehr an dem Tisch gerüttelt wird, desto fester wird die Verbindung. Der Abbau lässt sich ebenso leicht bewerkstelligen. www.wilkhahn.de Schön schräg Ob Regale, Schränke, Tische oder Sitzmöbel: Das Tragrohrmöbelsystem „Modul space“ von Bosse, einer Marke der Dauphin HumanDesign Group, bietet durch den neuen 135-Grad-Knotenpunkt große Gestaltungsfreiheit. Damit sind jetzt auch Trapezformen mit abgeschrägten Ecken möglich, was oft bei Theken oder Empfangstresen wichtig ist. Die breite Auswahl an Oberflächenvarianten, wie Naturholz, Lack, Glas oder Fotofolien, wurde zudem um drei Melamin-Dekore erweitert. Modul-Space besteht aus drei einzelnen Elementen – Knoten, Stab und Fläche –, die systematisch aufeinander aufbauen und variabel kombinierbar sind. www.dauphin-group.com