Technik

Passivhaus am Cäcilienmarkt

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48_EnergieeffizientesBauen_Artikel_Ein Mehrfamilienhaus im Zentrum von Heilbronn kombiniert die wirtschaftlichen und bauphysikalischen Vorteile dämmstoffgefüllter Mauerziegel mit modernster Eisspeichertechnologie. 

Fit für die Zukunft präsentiert sich der moderne Neubau mit über 60 Wohneinheiten sowie studentischen Apartments im Erdgeschoss. Dem Projektentwickler Gunnar Wilcke war dabei die langfristige Vermietbarkeit der Wohnungen wichtig. Aufgrund der Anschaffungskosten sowie der Wirtschaftlichkeit im Unterhalt wünschte der Bauherr explizit monolithische Außenwände ohne Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Das Architekturbüro Riemer Planung GmbH aus Heilbronn schlug daher ein Passivhaus vor.

Für die Außenwände wurde der für die Niedrigenergie- und Passivhausbauweise entwickelte Mauerziegel „W07 Coriso“ von Unipor verwendet, der einen U-Wert von 0,14 W/m²K erreicht. Doch niedrige Wärmedurchgangswerte gehen bei Ziegeln aufgrund der dämmstoffgefüllten Hohlkammern auch immer zulasten der Rohdichte und Druckfestigkeit. Um zu prüfen, inwieweit der Baustoff bei den geplanten fünf Geschossen die statischen Anforderungen erfüllen kann, bildete Ralph Schätzlein vom Ziegelwerk Schmid (Bönnigheim) mit dem Statiker Steffen Laig und dem verantwortlichen Architekten Ingo Siewert ein interdisziplinäres Team. Es suchte eine Lösung, um das Außenmauerwerk vom Druck zu entlasten. Statt wie üblich Filigrandecken einzusetzen, lösten die Fachleute das Problem, indem sie parallel zur Fassade verlaufende Spannbetondecken wählten. Möglich wurde das durch den zweispännigen Grundriss: Die Treppenhäuser und die aus jeweils zwei 17,5 Zentimeter breiten Kalksandsteinen gemauerten doppelschaligen Wohnungstrennwände boten ein ideales Deckenauflager und damit eine deutliche Entlastung des Außenmauerwerks. Lediglich die westliche Giebelseite mit den über die gesamte Breite vorgesetzten Balkonen ist in Stahlbeton mit aufgesetzter Wärmedämmung ausgeführt.

Das Energiekonzept ergänzen 600 Kubikmeter ins Erdreich gesetzte Eisspeicher. In Kombination mit einer gasbetriebenen Wärmepumpe sowie einem Gasbrennwertgerät werden je Kilowatt aufgewendete elektrische Leistung der Umgebung mehr als drei Kilowatt Energie entzogen. Über die Kristallisationswärme des Eisspeichers kann diese Energie zwischengelagert und unabhängig von der Jahreszeit abgerufen werden. Den knapp doppelt so hohen Investitionskosten wie für konventionelle Öl- und Gasbrennwertkessel steht – über einen Zeitraum von 15 Jahren gerechnet – eine Betriebskostenersparnis von 60 bis 75 Prozent gegenüber.

www.unipor.de

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