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alwitra GmbH & Co.

Spielen im Wal

Die Gemeinde Friedrichskoog bietet seit Dezember eine besondere Attraktion: den Wal-Indoorspielplatz.  Die Halle in Form eines Wales wurde mit Dach- und Dichtungsbahnen der alwitra GmbH ausgestattet.

Singles oder Paare ohne Kinder kennen dieses Dilemma gar nicht: draußen gießt es in Strömen und die kleinen, ener­gie­ge­la­de­nen Racker zerlegen wieder einmal das Interieur. Abhilfe schaf­fen da zum Beispiel überdachte Spielplätze – neu­deutsch Indoor-Spiel­­hal­len genannt. Sie bieten abwechslungsreiche Spielangebote für alle Alterklassen, ausreichend „Auslauf“ für den unbändigen Be­­we­gungsdrang und sind zugleich witterungsunabhängig. Auch die Gemeinde Friedrichskoog bietet seit Dezember 2008 solch ei­ne Attraktion an: den Wal – Indoorspielpark. Betreiber der Anlage ist die Flensburger Ideetainment GmbH.

Sichtbares Skelett

Unmittelbar am Hafen gelegen, bietet die Halle in Form eines Wals eine überdachte Fläche von gut 2.500 m2. Der ausgefallene Entwurf des Ar­chitekturbüros rimpf Architektur, Eckernförde, basiert auf einer Idee von Bauplan Nord GmbH & Co. KG, Flensburg. 25 Brettschichtholzbinder über­spannen den ge­bo­gene Baukörper von 125 Meter Länge, 25 Meter Breite und bis zu 15 Meter Höhe. Verglasungen im vor­de­ren Hallenbereich sor­gen für ausreichende Belichtung mit Ta­ges­­licht. Erschlossen wird der „Spiel-Wal“ über die Schwanz­flos­se. Durch das riesige Maul gelangen Groß und Klein in den Au­ßen­bereich des Spielparks.

Profis gefragt

Natürlich forderte die besondere Form des Bauwerks auch ein hohes Maß an handwerklichem Können bei der Umsetzung. Hin­zu kam die exponierte Lage, die während der Bauarbeiten an der äu­ßeren Hülle des Wals beständig mit mehr oder weniger star­kem Wind aufwartete. Während die Holztragkonstruktion von der Firma Gebrüder Schütt KG aus Landscheide gefertigt wurde, erfolgten alle weiteren Arbeiten an der äußeren Dach­kon­struk­tion durch die Dachdeckerei Karsten Poppner aus Kappeln.

Anspruchsvolles Dachpaket

Eine Sichtschalung bildet die Grundlage der nachfolgenden Dach­schich­ten. Hierauf verlegten die Dachhandwerker eine Elas­to­mer-Dampfsperrbahn Poly DSB-Nagelrand mit Alu­mi­ni­um­ein­lage und Glasgewebe. Diese wurde auch fachgerecht an die in der Firstlinie verlaufend montierten Lichtkuppeln/RWA’s an­ge­schlos­sen. Die 19 Lichtkuppeln/RWA’s belichten nur zu einem geringen Teil die Halle. Sie wurden vor allem als Rauch- und Wär­me­ab­zugs­anlagen auf dem Dach installiert. Eine Lichtkuppel dient zu­dem als Ausstieg.

Dämmung überträgt die Form

Mit der unmittelbar auf der Dampfsperre verlegten Wär­me­däm­mung aus nicht brennbarer Mineralwolle in 120 mm Dicke muss­ten auch die run­den Formen der Halle vom Untergrund in die obe­ren Schichten über­­tragen werden. Aus diesem Grund ver­legten die Fach­hand­wer­ker der Dachdeckerei Poppner die ein­zel­nen Dämm­stoff­plat­ten nicht nur „standardmäßig“ auf der Dach­fläche, sondern be­ar­bei­teten auch die hochstehenden Kanten, Ecken und Übergänge. Auch wurden Unebenheiten aus dem Untergrund ausgeglichen. So ragten z.B. die 25 Holzbinder immer über die Sichtschalung hinaus. Fixiert wurden die einzelnen Dämm­platten mit Schrauben und Tellern. Dank dieser sorg­fäl­ti­gen Vorarbeit sind die dreidimensionalen Krüm­mungen und Bie­gun­gen auch nach den Abdichtungsarbeiten na­hezu ohne stö­ren­de Kanten sichtbar.

Walhaut aus Kunststoff-Dachbahn

Als Abdichtungsmaterial für die Dach- und durch die Ge­bäu­de­geo­metrie sich automatisch ergebenden Fassadenflächen mit einer Gesamtfläche von 2.920 m² kam so­wohl aus optischen wie auch aus funktionalen Gründen nur eine Kunst­stoff-Dachbahn in Fra­ge. Der Form folgend sollte die „Haut“ der Halle auch der Haut eines Wales entsprechen. Da­rü­ber hinaus muss die Ab­dich­tung und deren Fixierung der ex­po­nier­ten Lage des Ge­bäudes und der ungewöhnlichen Dachgeometrie Rech­nung tragen. Dies betrifft so­wohl die ­Windsoglasten, extreme Dachneigung/Form als auch die Salzwasserbeständigkeit auf­grund der Nähe zur Nordsee.

Bewährte Eigenschaften

Zum Einsatz kam die bewährte Dach- und Dichtungsbahn EVA­LON® der Trierer alwitra GmbH. Basierend auf einer Hoch­­po­ly­merlegierung aus Ethy­len-Vinyl-Acetat-Ter­po­ly­mer (EVA) und Po­ly­­vinylchlorid (PVC) ist EVA­LON® durch gleich­blei­bende Ei­gen­schaften und eine enorm ho­he Le­bensdauer ge­kenn­zeichnet. Die sonst übliche Aus­wan­de­rung flüch­tiger Be­stand­tei­le wird nachhaltig durch den hohen An­teil an hochpolymeren Feststoffen verhindert. Fes­tigkeit und Dehnung bilden bei EVALON® ein ausgewogenes Verhältnis, was ihre thermische und me­cha­nische hohe Belastbarkeit zur Folge hat. Gerade im Hinblick auf die Flachdachrichtlinien nach Abschnitt 2.6.2 “Zusätzliche Maßnahmen bei Gefälle über 3°“ erfüllt EVALON® diese besonderen Anforderungen an Dachbahnenmaterialien und Ausführungstechnik bei stark geneigten/gekrümmten Flächen optimal. Grund­sätzlich ist die Dach- und Dichtungsbahn mit einer ho­mo­­ge­nen Dicht­schicht ausgestattet. Passend für die jeweilige  An­wen­dung und den entsprechenden Dachaufbau ist sie un­ka­schiert, unterseitig mit Polyestervlies oder Glas­vlies kaschiert oder mit unterseitiger Selbst­kle­be­schicht ausgestattet. Eine Ver­le­gung auch ohne Trennlage ist auf al­len genormten Dach­dämm­stof­­fen möglich. Zur ho­mogenen Fügung der Bah­nen un­ter­ein­an­der kommt es wahlweise mit­tels Heiß­­luft oder Quell­schweiß­mit­tel. Natürlich sind alle EVA­LON®-Bahnen mit dem CE-Zeichen als Dach- und Dich­tungs­bahn gemäß EN 13956 und EN 13967 ge­kennzeichnet.

Ungewohnte Arbeitsweise

Nahezu alle Verlegearbeiten auf dem Dach und an der Fassade der Wal-Halle erfolgten mit einem Hubsteiger. Aufgrund der Form­gebung war ein Einrüsten des Gebäudes nicht wirtschaftlich möglich. Auch die Abdichtung verlegten die Fachhandwerker auf diese eher ungewöhnliche Art und Weise. Zunächst wurde dazu die bereits abgelängte Dachbahn im Firstbereich fixiert und ausgerollt. Nach der Ausrichtung der Bahn fixierten die Dach­de­cker die Bahn auch am Fußpunkt der Fassade. Im nächsten Schritt fügten sie die Bahn  mittels Quellschweißmittel. Hierzu nutzte man den Hubsteiger, der in Arbeitsgeschwindigkeit entlang der Bah­nennaht nach oben bewegt wurde. In gleicher Weise erfolgte an­schließend die Fixierung der Bahn im Naht­be­reich mittels Tel­ler­ankern.

Um den zu erwartenden Windsogkräften entgegen zu wirken, fi­xier­ten die Dachhandwerker die Bahnen zusätzlich mit Feld­be­fes­tigern. Auf Basis der bei diesem besonderen Objekt  in­di­vi­duell er­stellten Windlastberechnung des Befestigungssystem-Her­stel­lers  gestaltete der Architekt eigens eine Linien­führung, die ein de­finiertes Muster ergab.

Detailausbildung Fassadenabschluss

Den unteren Abschluss am Fußpunkt der Fassade bildeten die Dachdecker mit einem Verbundblech aus. Es fasst die Flä­chen­bahnen ein und ist mit einem Anschlussstreifen dauerhaft dicht an­­geschlossen. Weiteres Systemzubehör wie z.B. auf­schweiß­ba­re, rutschfeste Inspektionswegeplatten im Firstbereich entlang der RWA-Kuppeln oder spezielle Formteile zur Eindichtung von Durch­dringungen (z. B. Blitzschutzdurchführung oder An­schlag­konstruktion) sind abdichtungstechnisch optimale Lösungen und fügen sich „nahtlos“ in das Gesamtbild diese außergewöhnlichen Objektes.

Fazit: Form fordert Handwerk

Bei der Abdichtung des neuen „Wal Indoor-Spielparks“ in Fried­richs­koog waren Materialqualität und handwerkliches Kön­nen zu glei­chen Teilen gefordert. Denn die außer­ge­wöhn­li­che, ge­stal­te­ri­sche Formensprache unterstreicht den in­di­vi­du­el­len Cha­­ra­kter der Halle. Dach und Fassade gehen fließend ineinander über. Dies wurde zusätzlich durch die Materialität und Farbe der Außenhaut akzentuiert. Einen wesentlichen Anteil am optischen Eindruck hat auch die fachtechnisch einwandfreie Verarbeitung. Der Friedrichskooger Indoor-Spielpark ist damit ein heraus­ra­gen­des Beispiel für die gelungene Umsetzung eines außer­ge­wöhn­li­chen architektonischen Ansatzes.

Bautafel:

Idee und Generalplanung: Bauplan Nord GmbH & Co. KG, Flensburg
Entwurf, Planung, Bauleitung: rimpf Architektur, Eckernförde
Tragwerkplanung: Frick & Petersen, Flensburg
Dacharbeiten: Dachdeckerei Karsten Poppner, Kappeln
Material: EVALON®
Hersteller: alwitra GmbH, Trier

Weitere Informationen

alwitra GmbH & Co.
Herr Patrick Börder
Postfach 3950
D-54229 Trier
Fon: 0651-91 02 263, Fax: 0651-91 02 270
E-mail: marketing@alwitra.de
Internet: www.alwitra.de

alwitra Flachdach-Systeme, Trier, ist ein seit mehr als vier Jahrzehnten weltweit tätiger Anbieter von kom­pletten Flachdachsystemen. Das umfangreiche Programm umfasst die Dach- und Dich­tungs­bahnen EVALON® und EVALASTIC®, die innovative Strom erzeugende Abdichtungsbahn EVALON® Solar sowie Aluminiumprofile für die Dachrandausbildung und Einbauteile wie Gullies, Lüfter und Lichtkuppeln. alwitra ist zudem Mitglied zahlreicher Verbände im In- und Ausland.